Schützenhaus Moosleerau

Verein

Vorstand

Geschichte

Am 25. November 1872 versammeln sich mehrere Männer, um darüber zu diskutieren, ob eine Feldschützengesellschaft gegründet werden soll.
Jakob Eichenberger, Lehrer, wird beauftragt, Statuten zu Handen einer nächsten Zusammenkunft zu beschaffen und vorzubereiten, damit sie alsdann beraten, wenn nötig revidiert und dann genehmigt werden können. Am 6. Dezember werden die Statuten der Versammlung vorgelegt, durch dieselbe geprüft, beraten und nach kleinen Abänderungen der Gründungsversammlung zur Genehmigung empfohlen.

20.1.1873 Gründung und 1. Generalversammlung:
15 am Schiessen interessierte Männer stimmen der Gründung der Feldschützen-Gesellschaft-Moosleerau zu. Die vorgelegten Statuten werden einstimmig durch Unterzeichnung angenommen und beschlossen dieselben zur Genehmigung an die hohe Kantonale Militärdirektion weiterzuleiten.

§ 1 der Statuten lautet:
Hauptzweck des Vereins ist, Uebung an Vervollkommnung der Kunst des Scharfschiessens, Förderung des Feldschützenwesens, freundschaftliche Vereinigung seiner Mitglieder und Schlagfertigkeit zur allfälligen Verteidigung des bedrohten Vaterlandes.

Erster Vorstand:

  • Präsident: Rudolf Mathys
  • Vizepräsident: Jakob Eichenberger
  • Aktuar: Jakob Hunziker
  • Kassier: Samuel Häuselmann
  • Schützenmeister: Rudolf Eichenberger

Gleichzeitig wird beschlossen von der Militärdirektion leihweise 6 Vetterli-Stutzer und 2 Vetterligewehre zu bestellen. Um Scheiben herzustellen wird von jedem Mitglied Fr. 1.-- eingezogen und Samuel Rodel wird als 1. neutraler Scheibenzeiger gewählt.

1874: Es liegen bereits drei Austrittsgesuche vor, denen entsprochen wird. In offener Abstimmung wird eine Rechnungskommission bestellt.

Am 28. September wird ein erstes Ausschiessen durchgeführt und jeder Schütze hat eine Gabe von mindestens Fr. 3.-- in Natura abzuliefern. Damit der Staatsbeitrag für 1874 bezahlt wird, werden noch zwei Schützen gesucht und in die Gesellschaft aufgenommen.

1875: Als erster Vereinsweibel wird Häuselmann, Hartmanns gewählt. Zwei Schützen werden wegen unbefugtem Schiessen mit je Fr. 1.-- bestraft. Bei Verweigerung der Strafe wird die Angelegenheit an die Kantonale Behörde weitergezogen.

1876: Nach verlesen der Kantonalen Statuten wird der Beitritt abgelehnt. 6 neue Mitglieder werden in den Verein aufgenommen. Der Kassier Gottlieb Hunziker muss schriftlich aufgefordert werden, die Jahresrechnung pro 1875 innert 8 Tagen vorzulegen.

1877: Mit 18 Stimmen wird beschlossen eine Fahne anzuschaffen. Als Fahnenträger wird Samuel Häuselmann gewählt. Abholen der Fahne im Sternen Schmiedrued mit der Musik am 14. Juli. Fahnenlieferant J. Eichenberger, Fabrikant Menziken. Kosten der Fahne nirgends ersichtlich; das fehlende Geld wird vom Präsidenten Rudolf Eichenberger einbezahlt.

1878: Auf Antrag wird beschlossen und in die Statuten aufgenommen, die Mitglieder welche sich bei Ausmärschen unehrenhaft betragen mit Fr. 1.-- bis Fr. 5.-- zu bestrafen.

1880: Für die Zeiger wird eine Unfallversicherung abgeschlossen und zur Kostendeckung zahlt jedes Mitglied Fr. -.20 aus dem eigenen Sack.

1883: Am 1. Juli findet ein Ausmarsch auf das Gschweich mit militärfeldmässigem Abkochen statt.

1884: Bei einem Vereinsvermögen von Fr. 174.-- wird zum ersten Mal einem Mitglied ein Darlehen von Fr. 50.-- gegen Bürgschaft gewährt.

1886: Der Kassier wird beauftragt, sämtliche rückständigen Guthaben bei den Mitgliedern, wenn nicht freiwillig, so rechtlich einzutreiben. Auf Gesuch hin wird der Schützengesellschaft Zofingen als Organisator des Kantonalen Schützenfestes eine Ehrengabe von Fr. 20.-- Gespendet. Gleichzeitig wird beschlossen an diesem Fest teilzunehmen.

1887: Als erstes Ehrenmitglied wird Samuel Lüscher, alt Gemeinderat, in den Verein aufgenommen.

1888: Am 15. Juli startet eine grosse Reiseschar zu einem Ausmarsch auf den Pilatus.

1889: Es wird gemeinsam mit der Schützengesellschaft Kirchleerau ein 2 Tage dauerndes Ehr- und Freischiessen durchgeführt.

1890: Am 20. Juni findet wieder ein Ausmarsch mit feldmässigem Abkochen nach Knutwil statt. Es werden wiederum 2 Darlehen ä Fr. 50.-- gegen Bürgschaft an 2 Mitglieder bewilligt.

1891: Der hiesige Männerchor ersucht um einen Beitrag zur Anschaffung einer Vereinsfahne. Unter verschiedenen Bedingungen wird eine Spende von Fr. 25.-- bewilligt.
Nachdem in der Gemeinde keine Bundesfeier stattfindet, wird eine zweitägige Reise auf das Rütli, Mythen, Brunnen und Besuch der Bundesfeier in Schwyz vorgenommen.
Am 18. und 19. Oktober wird wiederum ein grösseres Ehr- und Freischiessen im Betrage von Fr. 500.- - Fr. 600.- durchgeführt.

1892: Nachdem der bisherige Kassier Jakob Eichenberger, Notar, der dieses Amt 14 Jahre versehen hat, leider verstorben ist, muss vorzeitig ein neuer Kassier gewählt werden.
Zur Prüfung der Frage betreffs Bau eines Scheibenstandes wird eine Kommission bestimmt (Längegg-Rebacker-Wiegenweg).

1894: Es wird beschlossen ab sofort alle unentschuldigt abwesenden Mitglieder an Versammlungen mit einer Busse von Fr. -.50 zu belegen.

1895: Die Vorstandswahlen können wegen der schwachen Anwesenheit der Mitglieder nicht vorgenommen werden. Die Wahlen werden auf die zweite Generalversammlung verschoben.

1896: Die Erdarbeiten beim Scheibenstand werden Samuel Häuselmann und Emil Hunziker übergeben zum Lohn für den Tag von Fr. 2.50 bei 10-stündiger Arbeit.1900 Die zwei bisherigen Zeiger werden wegen brutalem Benehmen anlässlich der letzten Schiessübung aus dem Verein ausgeschlossen.

1901: Es werden zwei neue Zeigerblusen angeschafft. Zwei gewährte Darlehen werden wegen ausstehenden Zinsen gekündigt. Dem Kassier wird eine Jahresbesoldung von Fr. 5.- Zugesprochen

1903: Adolf Lüscher, Notar, wird auf Wunsch als erster Schützenmeister entlassen und gleichzeitig als beratendes Mitglied gewählt. Bussen im Betrage von Fr. 9.80 müssen wegen nicht eintreibbar als Verlust abgeschrieben werden.

1905: Das Vermögen des Vereins ist erstmals über die tausender Grenze angestiegen. Es wird eine zweitägige Reise ins Berneroberland durchgeführt mit Fahrt bis Luzern mit Ross und Wagen.

1906: Als Mitglied in unsere Gesellschaft wird einstimmig Walter Kuhn, Pfarrer, in Kirchleerau, aufgenommen.

1908: Vom Schiessoffizier wird verlangt, dass im Jahr 1909 ein Mitglied den Schützenmeister-Kurs zu besuchen habe, wozu einstimmig Hermann Lüscher vorgeschlagen und gewählt wird.

1909: Es wird beschlossen, ein Endschiessen durchzuführen, auch Mitglieder welche nicht am Schiessen teilnehmen haben eine Gabe zu entrichten. Die Teilnahme am Abendessen wird für alle Mitglieder obligatorisch erklärt und mit einem Preis von Fr. 2.50 pro Person festgelegt.

1910: Ein Mitglied stellt das Gesuch, seine Uebungen an einem Werktag schiessen zu können. Nach gewaltiger Diskussion wird beschlossen, einen Schiesstag auf einen Werktag festzulegen. Falls ein zweiter Schiesstag nötig sei, sind die anfallenden Kosten vom Mitglied zu tragen.

1911: Um den Schiessstand endlich nach Vorschrift erstellen zu können, wird an die Gemeinde ein Gesuch um Übernahme eines Kostenanteils gestellt. An die Gesamtkosten von Fr. 1'550.-- werden Fr. 700.-- bewilligt und der Erdaushub wird durch die Gemeinde übernommen.
13. und 14. Juli schiessen in Bellinzona und Rückreise. Im 240. Rang wird der Lorbeerkranz erreicht mit einer Punktzahl von 47,6784 in der 3. Kategorie. 27 Schützen nehmen am Fest teil und 22 werden für den Sektionswettkampf bestimmt bei 13 Pflichtresultaten.

1912: Die Besoldung des Zeigerchefs wird auf Fr. 20.-- festgelegt, für den zweiten Zeiger und den Kleister hat er selber aufzukommen.

1913: Der Gemeinde soll beantragt werden, den Schützenstand anzukaufen oder wenigstens durch eine einmalige oder jährliche Abgabe das Recht zu erwerben auf jenem Platze Schiessen, eventuell sogar ein Schützenhaus erstellen zu können.
Dem Gemeinderat wird vorgeschlagen, dass die Gemeinde für den Schiessplatz Fr. 100.-- bewillige, die Schützengesellschaft kauft den Platz und zahlt noch Fr. 400.- drauf mit dem Recht, den Platz auch vermieten zu dürfen.
Spiegelwarner werden bestimmt, die Einrichtung wird erstellt von Gottfried Lüscher, Kirchleerau.
Damit bei jeder Witterung geschossen werden kann wird beschlossen, umgehend eine Schiesshütte aufzustellen. Das Holz wird auf Gesuch hin von der Gemeinde zur Verfügung gestellt und jedes Mitglied hat mindestens einen halben Tag Frondienst zu leisten.

1914: Erfreulicherweise können 8 neue Mitglieder in den Verein aufgenommen werden. Leider muss aber auch vom langjährigen Mitglied Robert Hunziker infolge Todes Abschied genommen werden. Der Kaufvertrag für das Land auf dem die Schiesshütte steht, kann nach längeren Verhandlungen abgeschlossen werden.

1918: In den Jahren 1915 - 1918 können nochmals 9 neue Schützen aufgenommen werden, sodass der Effektivbestand auf 42 Mitglieder anwächst.

1919: Es trifft die Beitrittsurkunde vom Schweizerischen Schützenverein ein; es wird beschlossen, diese einrahmen zu lassen.

1920: Erste Teilnahme an einem Kantonalen Schützenfest in Zofingen

1921: Eichenberger Edwin wird unter bester Verdankung für die geleisteten grossen Verdienste, 13 Jahre Aktuar und anschliessend 13 Jahre als Präsident, zum Ehrenmitglied ernannt. Die beiden bisherigen Zeiger werden nach Eingang verschiedener Reklamationen wegen schlechtem Zeigen sofort entlassen.

1922: Sämtliche Vorstandmitglieder lehnen eine Wiederwahl ab, Es werden 5 neue Vorstandsmitglieder gewählt die jedoch eine eine Annahme der Wahl verweigern. Die Versammlung wird aufgehoben und auf den 10. April neu angesetzt.

1930: Nachdem die Schiesshütte in einem bedenklichen Zustand ist wird beschlossen, die ganze Schiessanlage mit Scheibenstand und Schützenhaus wieder an den ursprünglichen Standort Musterplatz zu verlegen. Man rechnet damit, dass das Holz durch die Ortbürgergemeinde zur Verfügung gestellt wird und somit bei viel Fronarbeit-Leistungen die Kosten ca. Fr. 3'200.--betragen werden. Der Scheibenstand soll für 8 Scheiben und das Schützenhaus für 6 Schiessplätze gebaut werden. Der Landkauf kann zum Teil mit Abtausch kompensiert werden. Pro Mitglied werden durchschnittlich 72 Frohndienststunden geleistet.

1931: Eichenberger Edwin, Kaufmann, gewesener langjähriger Präsident und Ehrenmitglied, wird zum Ehrenpräsidenten erhoben und mit einer Urkunde beschenkt.
Mit einer Plansumme von Fr. 20'000.-- wird an zwei Wochen-enden ein 7-tägiges Standeinweihungsschiessen durchgeführt. 19 Sektionen und 5 Gruppen beteiligen sich am Anlaß. Die Anlagen bewähren sich bestens und das Fest kann zur Zufriedenheit aller unter der Leitung von Dr. Ernst Lüscher durchgeführt werden. Aus finanzieller Sicht wird ein Reinerlös von Fr. 4'500.-- erwirtschaftet.
Als Andenken an dieses Fest wird eine Gesamtfoto mit allen Mitgliedern erstellt.

1932: Unser Präsident Herr Dr. Ernst Lüscher wird als Präsident des Obersuhrentaler-Verbandes gewählt.

1933: Am Obersuhrentaler Verbandsschiessen wird an die beste Sektion ein Becher verabfolgt. Erster Bechergewinner ist Moosleerau mit 70,066 Punkten.

1934: Eidg. Schützenfest in Freiburg; aus Kostengründen Teilnahme nur mit 16 Schützen.

1935: Besuch des Kant. Schützenfestes in Reinach am 28. Juli.